Kultur
Leerversprechen
Wenn man auf die Politik die gleichen Kriterien anlegt wie auf ungedeckte Finanzgeschäfte, müsste die Regierung sofort verboten werden:
- sie verspricht etwas, was sie nicht hält,
- regiert etwas, was sie nicht kann, und
- verkauft etwas, das ihr nicht gehört.
Werner Lutz
Quelle: Deutscher Einheit(z)-Textdienst 6-10
Kultur in Zeiten der Krise
Marxistische-Blätter

Ausgabe: 4-09
Die neoliberalistischen Umgestaltungsbestrebungen hatten von Beginn an den Charakter eines Kulturkampfes. Schon der Wahrnehmung elementarer alltagskultureller Angebote wird den Krisenopfern durch eine Strategie systematischer Einkommensabsenkung ein Riegel vorgeschoben: Nicht nur den Hartz-IV-Empfängern und den „arbeitenden Armen“, auch fast allen Familien mit mehreren Kindern sind aus finanziellen Gründen selbst Kino-, Schwimmbad- und Zoobesuche kaum noch möglich. Für Bildungsausgaben wurden den Hartz-IV-Kindern 2008 zusätzliche 100 Euro (pro Jahr!) bewilligt – die jedoch auf 10 Schuljahre beschränkt sind. Ihnen wird also offiziell zu verstehen gegeben, dass für sie ein Haupt- und Realschulabschluss reichen muss.
Lob der Dialektik
Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt
Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre
Die Gewalt versichert: So wie es ist, bleibt es.
Keine Stimme ertönt, außer der Stimme der Herrschenden
Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut: Jetzt beginne ich erst.
Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt:
Was wir wollen, geht niemals.
Wer noch lebt, sage nicht: niemals!
Das Sichere ist nicht sicher
So wie es ist, bleibt es nicht
Wenn die Herrschenden gesprochen haben,
Werden die Beherrschten sprechen.
Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen.
Und aus Niemals wird: Heute noch!
Bertolt Brecht
Kultur



